Pfarreigeschichte

Friedhof Viehhausen

Von Eilsbrunn zu Viehhausen - Eine eigene Grabstätte

Lange Zeit gehörten die Pfarrangehörigen von Viehhausen zur Pfarrei Eilsbrunn – ein Benefizium ohne eigene Kirche und ohne eigenen Friedhof. Jahrhundertelang wurden die Verstorbenen nach Eilsbrunn gebracht und dort bestattet. 
Von dieser Zeit zeugen noch heute Epitaphplatten alter Viehhausener Hofmarkbesitzer,  etwa der Herren von Rosenbusch, im Innern der Eilsbrunner Kirche.

Doch Viehhausen wuchs. Die Bevölkerung vergrößerte sich, die Schlosskapelle des Klosters fasste die Gottesdienstbesucher nicht mehr. 

Ein eigener Friedhof wurde zur Notwendigkeit.

Die Gründung 1867 – Ein gemeinsames Werk

1867 war das Gründungsjahr. Ein Gemeinschaftsprojekt der damaligen Gemeinde Viehhausen, der Schwestern des Klarissenklosters und des Benefiziat Josef Hundhammer.

Die entscheidende Geste: Pfarrer Hundhammer hatte das Friedhofsgrundstück von Andreas Schwindl erworben und stellte es kostenlos zur Verfügung.

Die feierliche Einweihung fand am 15. Mai 1867 statt. Bischof Ignatius von Senestrey, Pfarrer Liborius Schmid und Josef Hundhammer vollzogen die Zeremonie. An demselben Tag legten sie auch den Grundstein für die Pfarrkirche St. Leonhard – ein symbolträchtiger Moment für Viehhausen.

Die ersten Verstorbenen

Die ersten, die 1867 bestattet wurden, waren zwei Frauen:

  • Frau Klara Fleischmann

  • Frau Barbara Rasthofer

Ihre Grabtafeln sind heute noch erhalten – an der Nordseite der Friedhofsmauer – und erinnern an den Anfang einer neuen Ära.

Erweiterungen und Veränderungen

1959: Reichenstetten und Dürnstetten wurden von der Pfarrei Kapfelberg zu Viehhausen umgepfarrt. Viele Angehörige veranlassten Umbettungen – Gräber aus dem Friedhof Lindach wurden in Viehhausen neu bestattet.

Mit der höheren Kindersterblichkeit bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts legte man eine kleine Kindergrab-Abteilung an. In der südöstlichen Ecke wurden Suizidfälle bestattet – teils mit kirchlicher Begleitung, aber ohne öffentliche Teilnahme.

Modernisierung 1984

In den 1980er Jahren wuchs Viehhausen stark. Der Friedhof musste erweitert werden.

Am 25. November 1984 weihte die Gemeinde den großzügig erweiterten Friedhof und eine Aussegnungshalle mit Totenglocke ein.

Moderne Standards – Urnenwand 2016/17

2016/17 installierte die Gemeinde eine moderne Urnenwand mit 24 Urnenkammern.

Aktuelle Ausstattung:

  • 240 Doppelgräber

  • 80 Einzelgräber

  • 60 Erdurnengräber

  • Gesamtfläche: 3.226 m²

Die Bestatter und Totengräber

Über lange Zeit kümmerten sich Ortsbewohner um Beerdigung und Organisation:

  • Johann Perras, Michael Weigert, Michel Kastl, Josef Plank

Bis etwa 1979 waren diese die Totengräber. Danach übernahmen die Bestattungsinstitute Friede (Regensburg) und Gerhardinger (Eilsbrunn) diese Aufgaben.

Quellennachweis: Unterlagen aus dem Kirchenführer der Pfarrei Viehhausen (erstellt von Gustl Motyka), Chronist Max Jobst, Gemeinde Sinzing, Heinz Hartkopf, Aussagen Viehhausener Zeitzeugen.

Friedhofsgeschichte