LUST AUF MEHR

Die Dreitagesfahrt der Frauengemeinschaft nach Berlin wurde für die rund 40 Teilnehmer zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Für die lange Busfahrt wurden wir durch die originale Begegnung mit geschichtsträchtigen Bauwerken und Ereignissen aus jüngster deutscher Geschichte reichlich entschädigt: Brandenburger Tor, Holocaust-Mahnmal, Hotel Adlon, Potsdamer Platz, Sonycenter, Checkpoint Charly, Reichstag und und und.....Wir konnten per Bus an der alten Zuschauertribüne der legendären Avus entlangfahren, den Funkturm und die Berliner Siegessäule bewundern und entdeckten auch, wo unsere Kanzlerin ihren privaten Haushalt hat. An die berüchtigte Mauer erinnerte nur mehr ein Pflasterstreifen quer durch die Stadt.

Der zweite Tag war voll ausgefüllt mit einem Abstecher in den gurken- und kürbisreichen Spreewald bei Lübbenau. Dort wartete eine romantische Kahnfahrt in kühler, reichlich bewaldeter Landschaft auf uns. Die Skipper mit ihren großen Staken verstanden es meisterlich, uns mit ihren Kenntnissen über das Volkstum dort, aber auch mit manch heiterer Anekdote zu unterhalten. Leider schafften wir aus Zeitgründen abends den Zutritt zum Reichs- bzw. Bundestag nicht mehr. Dafür erlebten wir eine weitere Rundreise durchs abendliche Berlin vorbei am Kanzleramt, durchs Regierungsviertel, über den sensationellen neuen Hauptbahnhof hin zum Vergnügungsviertel Oranienburger Straße mit dem Friedrichsstadtpalast, zum Alexanderplatz, vorbei am roten Rathaus und über Berliner Dom und Gendarmenmarkt zum Nobelhotel zurück.

Am Sonntag schließlich stand eine fast vierstündige Schiffstour auf den Wasserwegen durch und um Berlin herum auf dem Programm. Für viele von uns ein sehr überraschendes Erlebnis! Denn wer denkt schon, dass in einer so sehr von Bauwut befallenen Metropole eine regelrechte Rundreise per Schiff möglich wäre. Diese Fahrt auf einem großen Motorschiff eröffnete uns bei recht kühlem Wind phantastische neue Ein- und Ausblicke in die Gebäudevielfalt des Regierungsviertels, der Museumsinsel und in die Sehenswürdigkeiten entlang der Spree und des Landwehrkanals. Dabei unterquerten wir sage und schreibe 67 Brücken, von denen manche so niedrig konzipiert waren, dass sogar die Kapitänskabine herunter gefahren werden musste.

Einer der Höhepunkte war der gemeinsame Gottesdienst in der St.-Johannes-Basilika der poln. Gemeinde in Berlin. Hier durften wir zum letzten Mal eine hl. Messe mit unserem bisherigen Pfarrer Josef W. und mit Anita V. feiern und mitgestalten, wodurch doch deutliche Wehmut aufkam. "Leben heißt Veränderung, that`s life", sagte jemand.

Dennoch war die Reise von einer tollen Stimmung der Beteiligten getragen, wozu auch die perfekte Organisation, die Unterbringung in einem First-Class-Hotel und der einzigartige Bordservice im Bus der Firma Bäuml beitrugen. Außerdem hatten wir einen sehr beschlagenen, mit einer "ähr"-Sprachbesonderheit ausgestatteten Stadtführer namens Olaf 2 Tage als "ähr"-Dauergast bei uns. Er verstand es mit geschichtlichem und politischem Insiderwissen zu glänzen und wusste praktisch alles über Berlin und Umland, konnte aber mit "Viehhausen" rein gar nichts anfangen. Zu unserer großen Freude taten sich dann doch 2 Wissenslücken auf: Er fand das ackteckige "ähr-Cafe" nicht mehr und war ratlos, als es darum ging, den "ähr"-Bus irgendwo in "ähr"-Berlin zu parken. Als dann aus unserer Mitte "air"-Tempelhof vorgeschlagen wurde, war er schier sprachlos und unser Gelächter riesengroß. Dies mag als schlagkräftiges Indiz für die grundlegend heitere, ausgelassene Atmosphäre und Stimmung unter den Businsassen gelten.

Und zu feiern gabs auch immer was: z.B. Mama Voitls Geburtstag mit Sekt, der xx. Verbandelungstag von Ulli und Manfred mit Kaffee und Kuchen - super Bewirtung aus der Bordküche Lobsing!

Fazit: Was lernen wir aus dem Erlebten?

- Berlin ist zu Recht unsere Bundeshauptstadt. Allerdings: Man kann diese Stadt mit ihren 3,4 Mio Einwohnern und einer Ausdehnung von 38 x 45 km nicht in 3 Tagen und nicht in 3 Wochen kennenlernen. Das bedeutet Lust auf Mehr!

- Die Frauengemeinschaft versteht es blendend, tolle Fahrten zu planen, zu organisieren und durchzuführen. Großer Dank an Anni S., Evi D. und Ulli R.! Wo gibts so viele schöne Erlebnisse in einer solchen Gesellschaft zu diesem Preis sonst noch? Lust auf Mehr !

- Bei den Fahrten der Gemeinschaft der Frauen sind auch viele Nichtmitglieder dabei und sogar auch Nichtfrauen! Die Mischung machts - Lust auf Mehr!

P.B.